Ja zur CO2-Steuer.

ewko unterstützt die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland.

Die Einführung einer CO2-Steuer ist seit einigen Wochen in Deutschland in der Diskussion. Eine solche Steuer existiert bereits in vielen Ländern der EU, darunter in Schweden, Finnland, Frankreich, Slowenien und Großbritannien. In Schweden wurde die CO2-Abgabe bereits 1991 eingeführt. Doch anstatt sich konstruktiv mit den Erfahrungen in diesen Ländern zu beschäftigen, greifen mittlerweile auch Politiker der sog. Volksparteien zu populistischen Stilmitteln und schüren in der Bevölkerung Angst, in dem Sie pauschal eine Mehrbelastung für eine vierköpfige Familie von bis zu 8.000, — € in den Raum stellen. Genau diese Politiker wollen den Klimaschutz aber auch den Experten überlassen und verlassen sich lieber auf eine Fügung des Schicksals, dass die heilbringende Klimaschutztechnologie als Lösung aller globalen Klimaprobleme früher oder später entwickelt werden wird, die selbstverständlich sozialverträglich ist und auch die gewinnorientierte deutsche Wirtschaft in keinstser Weise beeinträchtigt. Zugegeben, niemand kann heute mit Sicherheit sagen, wie die Zukunft aussehen wird und sicherlich wird auch der technologische Fortschritt neue und effiziente Möglichkeiten liefern. Aber wer sich nur auf technische Innovationen verlässt, der setzt voraus, dass wir noch die Zeit hätten, darauf zu warten. Doch Zeit haben wir längst nicht mehr und der Beitrag der führenden deutschen Automobilindustrie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor war bestenfalls kreativ, in jedem Fall kriminell, und keinesfalls innovativ.

Unsere Ressourcen sind endlich

Zur Verdeutlichung: am 03. Mai 2019 hatte Deutschland bereits die Ressourcen für das gesamte Jahr verbraucht, EU-weit war der Erschöpfungstag am 10. Mai 2019. Tendenz steigend! Den Rest des Jahres verbrauchen wir die Ressourcen künftiger Jahre – und künftiger Generationen. Und damit ist es deren verdammt gutes Recht, jeden Freitag bei den Fridays For Future-Demonstrationen für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen und von den heutigen Akteuren, die derzeit die Regeln bestimmen, entsprechende Handlungen für eine nachhaltige Klimapolitik zu fordern. Aber das bedeutet Umdenken und sich auch mit möglichen Verhaltensänderungen auseinanderzusetzen. Das will kaum einer und schon gar kein Politiker, denn das könnte Wählerstimmen kosten. Alles soll so bleiben, wie es ist. “Doch wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit”, und verliert genau dadurch die globale Wettbewerbsfähigkeit. Das gilt gerade auch für den Klimaschutz. Und Klimaschutz ist längst kein Luxus mehr, den man sich leistet oder nicht, denn bereits heute ist klar, dass die volkswirtschaftlichen Schäden durch die Folgen des Klimawandels um ein Vielfaches höher ausfallen werden, wenn wir das 2°-Ziel verfehlen werden.

Technologie braucht Akzeptanz

Unabhängig davon benötigt neue Technologie auch Akzeptanz. Und die setzt ein bewusstes Verhalten und Umdenken bei den Menschen voraus. Die Elektromobilität ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie leicht sich durch einfachste Meinungsmache der Medien und politisches Versagen eine sehr deutliche Stimmung in der Bevölkerung erzielen lässt. Die bisherigen Zulassungszahlen in Deutschland sprechen Bände. Umdenken bedeutet keineswegs Verzicht oder Gängelung. Doch genau das Bild entsteht in vielen Köpfen und wird gerne auch von Politikern gestützt. Die Diskussion um Dieselfahrverbote ist nur eines dieser Themen. Dabei ging es hier nicht mal um Klimaschutz, sondern um Effekte, die den Aufenthalt in unseren Städten schlichtweg zum Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier werden lassen. Aber anstatt das eigentliche Problem, nämlich die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs, anzugehen, wurde analog zum „Projekt Schummelsoftware“ versucht, Grenzwerte auszuhebeln sowie Standorte von Messstationen zu hinterfragen. Und solange der Vorschlag lautet, regelmäßig die Tarife der Energieversorger zu vergleichen und den Anbieter zu wechseln, um die Energiekosten zu senken, anstatt konkret den Energieverbrauch zu reduzieren, wird kein Umdenken stattfinden. Nochmal; wir – die Industriestaaten – sind diejenigen, die durch unser Konsumverhalten maßgeblich für die Vermüllung der Meere, das Artensterben und auch für den Klimawandel verantwortlich sind. Und daran wird sich nichts ändern, solange wir auf das Recht bestehen, dreimal pro Jahr mit dem Flieger in den Urlaub zu fliegen, vorzugsweise täglich den Grill anzuschmeißen, weil das Fleisch so schön billig ist, und darauf bestehen, unsere Kinder mit dem SUV bis ins Klassenzimmer zu fahren und auch gerne noch im November auf der Außenterrasse zu sitzen. Heizpilzen und Elektrostrahlern sei Dank.

Die CO2-Abgabe kann auch zur Entlastung führen

Das Schöne an der Demokratie ist, dass niemand jemandem vorschreiben kann, was er zu tun oder zu lassen hat, solange es gesetzeskonform ist. Auch die CO2-Steuer wird daran nichts ändern. Woran sie aber etwas ändern wird, ist, dass die Kosten für die Klimaschäden verstärkt den Verursachern angelastet werden. Viele Bürger wissen nicht, dass Steuern und Umlagen mehr als 30 % ihrer Stromkosten ausmachen (EEG, Stromsteuer, KWK- und NEV-Umlage). Die Höhe wird insbesondere dadurch bestimmt, dass unsere energieintensive Großindustrie von diesen Umlagen befreit ist, damit sie dem globalen Wettbewerb standhalten kann. Der „Normalverbraucher“ zahlt die Umlage für die Industrie also mit, und das sind für eine vierköpfige Familie sehr reale 500,– € pro Jahr.

Wer sich mit dem Konzept der Einführung einer CO2-Steuer und den Mechanismen in den anderen Ländern über die Schlagzeilen in der einschlägigen Presse hinaus beschäftigt, der erkennt, dass der „normale“ Bürger dadurch sogar entlastet würde – weil mit der Einführung der CO2-Steuer im Gegenzug die Umlagen entfallen sollen, was eben nicht zu einer Mehr-, sondern zu einer Entlastung vieler Haushalte führt, sofern diese nicht das o. g. Verhalten aufweisen. In vielen anderen Ländern, die eine CO2-Steuer eingeführt haben, ist dies genau der Fall. Es wäre so einfach für Deutschland, von den Nachbarn zu lernen. Interessant ist, dass sich sogar namhafte und weltweit agierende Industrieunternehmen für die Einführung einer solchen Steuer in Deutschland ausgesprochen haben und deswegen nicht gleich die Wettbewerbsfähigkeit oder die Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet sehen. Schließlich funktioniert das in anderen Ländern ja auch.

Die Einführung der CO2-Steuer könnte endlich zu dem Paradigmenwechsel führen, den wir dringend brauchen, um den vielen Worten endlich Taten in Sachen Klimaschutz folgen zu lassen. Wenn der Verbraucher echte Anreize durch direkte Einsparungen erhalten würde, dann würden Konsumentscheidungen in allen Lebensbereichen mittelfristig anders ausfallen. Dann bräuchten wir auch gar nicht erst über einen Kohleausstieg zu verhandeln oder über vor und Nachteile alternativer Antriebe im Straßenverkehr zu diskutieren, denn das würde der Markt von allein regeln.

Der Verein CO2-Abgabe e.V.

Wer sich für die Einführung einer CO2-Steuer stark machen will, der sollte – wie ewko – den Verein CO2-Abgabe e.V. unterstützen und dort die Petition unterzeichnen oder noch besser, Mitglied werden. Auf den Seiten des Vereins finden sich auch viele weiterführende Informationen und neben Statements namhafter Wirtschaftsunternehmen auch ein CO”-Abgabe-Rechner. Der Verein setzt sich ausschließlich für die Einführung einer CO2-Steuer ein und löst sich, gemäß Satzung, auf, sobald dieses Ziel erreicht ist.

Für ewko steht fest, dass die Energiewende nur dann gelingt, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet. Nur wenn Klimaschutz endlich als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird, schaffen wir es vielleicht noch, die Folgen des Klimawandels aufzuhalten oder zumindest abzuschwächen und das 2°C (1,5°) -Ziel zu erreichen. Alle müssen handeln – nicht nur unsere Ingenieure. Die Einführung einer CO2-Steuer könnte diesen Prozess enorm beschleunigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.