Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie

Zugegeben, der Begriff „Nachhaltigkeit“ gehört vermutlich zu den verschlissensten Modewörtern der letzten Jahre, um selektiv vermeintlich ökologische Besonderheiten von ausgewählten Produkten oder Handlungsweisen – vornehmlich zu Werbezwecken – heraus zu stellen.

Ernstgemeinte Nachhaltigkeit bedeutet aber viel mehr als ein überdurchschnittliches Umweltbewusstsein und meint eben nicht exklusiven Öko-Aktionismus auf Teufel komm raus, sondern bewertet Umweltengagement auch im Einklang mit wirtschaftlichen und sozialen bzw. gesellschaftlichen Interessen. Der Deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung definiert den Begriff so: „Nachhaltigkeit bedeutet Wohlstand für alle, aber weder auf Kosten anderer Länder, anderer Menschen und künftiger Generationen noch zulasten der natürlichen Umwelt. Kurz: heute nicht auf Kosten von morgen, hier nicht auf Kosten von anderswo.“ Und auf unternehmerisches Handeln bezogen bedeutet das: „Nachhaltig wirtschaften heißt in die Zukunft blicken und dabei soziale, ökologische und ökonomische Ziele austarieren.“

Der Gesetzgeber hat Anfang 2017 zur Umsetzung der entsprechenden EU-Vorgabe das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz verabschiedet. Dadurch werden formell alle großen, kapitalmarkt­orientierten Unternehmen verpflichtet über nicht-finanzielle Aspekte wie Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, Achtung von Menschenrechten, Bekämpfung von Korruption, Diversität der Unternehmensführung usw. zu berichten. Als Zulieferer oder Abnehmer geraten aber auch die kleineren Unternehmen immer mehr in den Sog der Berichterstattung, um den berichtspflichtigen Großunternehmen die notwendigen Kennzahlen liefern zu können.

Dabei wirtschaften viele mittelständische Unternehmen in Deutschland ohnehin verantwortungsbewusst, ohne dabei gleich von Nachhaltigkeitsmanagement zu sprechen. Langfristige Unternehmensentwicklung, Sicherung des Unternehmensstandorts, Mitarbeitermotivation, Fachkräftegewinnung, Kundenbindung, Umweltmanagement und regionales Engagement sind Themen, die heute längst zum Tagesgeschäft einer verantwortungsvollen Unternehmensführung gehören. Der Zeitpunkt ist daher auch für kleinere und mittlere Unternehmen ideal, um sich strukturiert mit der Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten zu beschäftigen und das Engagement beispielsweise durch einen bis dato freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht auch den Kunden und Stakeholdern gegenüber zu propagieren und sich den Wettbewerbsvorteil als innovatives und verantwortungsvoller Betrieb zu sichern.

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Weiterführende Links:
Deutscher Rat für Nachhaltige Entwicklung
Deutscher Nachhaltigkeits-Codex
Global Reporting Initiative (GRI)

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