Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, die Wärmeversorgung in Städten und Gemeinden zukunftsfähig und klimaneutral zu gestalten. Erste Lösungsansätze liegen auf dem Tisch. Doch der bloße Austausch alter Heizungen oder die Sanierung und Erweiterung bestehender Wärmenetze reichen dafür nicht aus. Ob heutige Wärmenetze langfristig den Klimazielen entsprechen, hängt von vielen Faktoren ab. Fakt ist: Bei jedem Verbrennungsprozess entstehen Treibhausgase, unabhängig davon, ob Erdgas, Heizöl, Kohle, Biogas oder Holz eingesetzt werden. Die unterschiedliche Bewertung der Klimawirkung dieser Energieträger hängt einzig von der Wahl der Bilanzierungsmethode ab. Soll die Wärmeversorgung tatsächlich treibhausgasneutral werden, muss sie langfristig weitgehend ohne Verbrennung auskommen. Große Potenziale bieten deshalb Solarenergie, Windkraft sowie Wärmequellen wie Tiefengeothermie, Grubenwasser oder Eisspeicher.

Strom: Leitenergie der zukünftigen Energieversorgung

Mit dieser Entwicklung rückt zugleich die Stromversorgung in den Fokus. Die zunehmende Elektrifizierung der Wärmeversorgung durch Wärmepumpen sowie der wachsende Bestand an Elektrofahrzeugen werden die Anforderungen an die Netze weiter erhöhen. Die kommunale Wärmeplanung muss deshalb auch zwingend mit einer strategischen Stromnetzplanung verknüpft werden.

Ebenso entscheidend ist die Frage nach der Stromerzeugung. Deutschland nutzt bislang nur rund 15 % des technischen Dachflächenpotenzials für Photovoltaik. Hinzu kommen neue Entwicklungen wie Agri-Photovoltaik sowie zusätzliche Flächenpotenziale für die Windenergie. Die Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien sind daher grundsätzlich vorhanden. Bereits 2025 stammten mehr als 55 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien.

Sektorenkopplung als Speicherlösung

Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, dass Sonne und Wind nicht jederzeit Strom liefern. Deshalb werden Speicher zu einem zentralen Baustein des zukünftigen Energiesystems. Neben stationären Stromspeichern gewinnen Elektrofahrzeuge zunehmend an Bedeutung, denn auch für den Verkehrssektor gelten die Klimaziele. Mit fortschreitender Batterietechnologie entstehen große mobiler Stromspeicher. Durch bidirektionales Laden könnten sie künftig zeitweise Strom ins Netz zurückspeisen und so Lastspitzen ausgleichen oder Dunkelflauten überbrücken. Damit würden Elektrofahrzeuge nicht nur emissionsarme Mobilität ermöglichen, sondern zugleich einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Stromsystems leisten.


Zusammengefasst

Der Umbau der Wärmeversorgung betrifft weit mehr als den Wärmesektor. Stromnetze, erneuerbare Energien, Speichertechnologien und Elektromobilität müssen künftig gemeinsam geplant werden. Aus der kommunalen Wärmeplanung wird damit eine integrale, sektorenübergreifende Energieplanung, die die verschiedenen Bereiche des Energiesystems miteinander verbindet.



Über den Autor

Thomas Bloch, Gründer von ewko und Autor des Blogbeitrags.

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