Im vorherigen Beitrag wurde bereits erläutert, warum Standardlösungen wie der Ausbau konventioneller Fernwärmenetze nur begrenzt zukunftsfähig sind. Zwar wird diese Lösung gerne in der kommunalen Wärmeplanung angesetzt, die Frage, mit welchem Energieträger künftig die Wärme produziert werden soll und wie die steigenden Netzkosten aufgefangen werden sollen bleiben unbeachtet. Auch der Betrieb der Gasnetze in der von der Regierung angedachten Form durch Beimischung von Biogas wird ebenfalls in einer Sackgasse enden.

Die zentrale Frage lautet: Welche Anforderungen müssen die Energiesysteme der Zukunft erfüllen?


1. Klimaneutralität
Dieses Ziel ist nur mit einem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien erreichbar. Fossile Energieträger scheiden damit aus. Auch Verbrennungsprozesse wie die Nutzung von Biogas oder Holz setzen CO₂ frei und sind daher nur begrenzt klimaneutral.

2. Bezahlbarkeit
Erneuerbare Energien sind heute die günstigste Form der Stromerzeugung. Viele konventionelle Technologien wären ohne staatliche Förderung weder wirtschaftlich noch konkurrenzfähig.

3. Versorgungssicherheit
Energieimporte machen Deutschland abhängig von Lieferländern und geopolitischen Entwicklungen. Ob russisches Gas, LNG aus den USA oder Öl aus dem Nahen Osten – Verfügbarkeit und Preise liegen nur bedingt in unserer Hand.


Legt man diese drei Kriterien zugrunde, haben fossile Energieträger keine Zukunft. Dennoch wird häufig mit Begriffen wie „Dunkelflaute“ oder „Blackout“ gegen Wind- und Solarenergie argumentiert. Tatsächlich schwankt deren Stromerzeugung, weil sie von Wetter und Tageszeit abhängt. Mal wird mehr Strom produziert als benötigt, mal weniger.

Zukunft Gaskraftwerke?

Die bisherige Antwort lautet oft: Überschüsse abregeln und für Engpässe neue Gaskraftwerke bauen. Dafür sollen Milliarden investiert werden, obwohl diese Kraftwerke fossiles Gas nutzen und damit den Klimazielen widersprechen.

Zudem hat die jüngste Energiekrise gezeigt, wie anfällig das System sein kann: Zeitweise fiel fast die Hälfte der französischen AKW aus, sodass Frankreich große Mengen Strom importieren musste. Da Gaskraftwerke häufig den letzten und teuersten Beitrag zur Deckung der Nachfrage liefern, trieb der hohe Gaspreis auch die Strompreise in die Höhe. Seitdem taucht regelmäßig auch die Sorge vor einer „Gasmangellage“ auf.

Es gibt sinnvollere Alternativen, man muss sie nur wollen

Wie eingangs erwähnt, produzieren wir bereits einen Stromüberschuss. Statt weiter auf fossile Strukturen zu setzen, sollte daher stärker in intelligente Stromnetze und Speichertechnologien investiert werden. So lassen sich Schwankungen zwischen Erzeugung und Nachfrage ausgleichen und erneuerbare Energien effizienter nutzen.

Die Lösung liegt daher im konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und der bestmöglichen Nutzung heimischer Potenziale, nicht im Neubau fossil betriebener Kraftwerke. Strom wird dabei zum zentralen Energieträger, auch für Verkehr und Wärme. Dafür sind leistungsfähige Netze und Speichersysteme unverzichtbar.

Auch der Faktor “Zeit” ist keine Ausrede

Dieser Umbau wird Zeit benötigen. Das gilt jedoch ebenso für den Neubau von Gaskraftwerken oder Kernkraftwerken. Entscheidend ist deshalb nicht, ob wir die Zeit haben, sondern wie wir sie nutzen: für Investitionen in eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung.


Zusammengefasst

Klimaneutral, bezahlbar und sicher: genau diese drei Anforderungen muss das Energiesystem der Zukunft erfüllen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze ist dabei unverzichtbar. Aber die Entscheidung muss zeitnah getroffen werden, damit die Wirkung bis spätestens 2045 eintritt und Deutschland wieder eine gesicherte und bezahlbare Energieversorgung bekommt. Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Baustein dafür.



Über den Autor

Thomas Bloch, Gründer von ewko und Autor des Blogbeitrags.

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